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Ein Traum geht in Erfüllung


Pilotenausbildung in Südafrika

Die kostengünstige und erlebnisreiche Alternative zur Ausbildung in Deutschland

Denkt man an eine Pilotenausbildung in Afrika, so verbindet man damit vielleicht eine gefährliche Buschausbildung, schlecht gewartete Flugzeuge, wilde Tiere und Sandpisten.
Dass es sich hierbei um eine Illusion handelt, habe ich während meines 4-wöchigen Aufenthalt im Mai ´02 beim Lowveld Aero Club in Nelspruit erfahren.

Schon als kleiner Junge träumte ich davon, Pilot zu werden. Dieser Traum ist seither immer mehr in den Hintergrund getreten, bis mein Interesse durch den Artikel "Südafrika-Fliegen und Sparen" in der Märzausgabe des aerokurier wieder erweckt wurde. Zum ersten mal erschien mein Kindheitstraum finanziell und zeitlich in einem neuen Licht.
Zusammen mit meinem Freund Sebastian setzte ich mich mit dem Ansprechpartner in Südafrika in Verbindung, um detailliertere Informationen zu erhalten. Der Vorsitzende des Lowveld Aero Club versprach uns eine "all inclusive" Ausbildung, fast uneingeschränktes Flugvergnügen und ein unvergessliches Erlebnis.
Trotz Warnungen aus diversen Reiseführern vor Malaria und der hohen Kriminalität buchten wir mit einem mulmigen Gefühl für Ende April den Flug. Bis dahin hatten wir beide nie einen Fuß auf den Schwarzen Kontinent gesetzt und keine genauen Vorstellungen, was uns wirklich erwartet. Konnten wir auf eine Unterkunft mit fließendem Wasser und Sanitäreinrichtungen hoffen? Würden wir mit der Mentalität der Menschen und mit der Sprache zurecht kommen?
Ausgerüstet mit Schlafsack, Moskitonetz und jeder Menge Notproviant, machten wir uns auf den Weg. Den Flug hatten wir uns aus dem Internet herausgesucht, dort gibt es die besten Vergleichsmöglichkeiten. Dennoch müssen für die Reise nach Johannesburg und zurück mindestens 600 Euro gerechnet werden.

Die Inhalte der südafrikanischen Ausbildung hatten wir zuvor mit denen der deutschen verglichen. Da Südafrika zu den ICAO-Staaten gehört, weichen die Richtlinien nur unwesentlich voneinander ab. Während man in Deutschland mindestens 35 Flugstunden bis zum Scheinerhalt absolvieren muß, sind es in Südafrika 40 Stunden, wobei tatsächlich eher mit 45 Stunden kalkuliert werden sollte. Die Theorie weicht nur im Luftrecht leicht ab. Leider kann man sich nicht, wie in Deutschland, anhand des PPL - Prüfungsfragenkatalogs vorbereiten. Dieser wird von der CAA (Civil Aviation Authority) in Pretoria nicht zur Verfügung gestellt. Stattdessen erhielten wir eine Tasche mit allen Theoriebüchern, dem Pilotenlogbuch, einer Karte und dem "Navigationswerkzeug". Das theoretische Basiswissen wird sich dann im Selbststudium oder in "Briefings" mit dem Fluglehrer angeeignet. Das hat den Vorteil , die für die Prüfungen relevanten Inhalte wirklich verstanden und nicht nur auswendig gelernt haben zu müssen. Jeder der 5 Multiple - Choice Tests, Luftrecht, Meteorologie, Navigation, Technik und Grundlagen des Fliegens gelten als bestanden, wenn mindestens 65% der Fragen richtig beantwortet wurden. Die Prüfungen werden in den Lehrräumen des Clubs unter Aufsicht geschrieben, gleich im Anschluss kontrolliert und ausführlich besprochen. Die Fahrt zur Behörde bleibt also erspart.
Grundsätzlich kann man sich beim Lowveld Aero Club zwischen einer temporären und einer ständigen Mitgliedschaft entscheiden. Da wir vorhatten, vielleicht auch die nächsten Ausbildungsstufen (IFR, CPL) beim Club zu machen, unterzeichneten wir den Vertrag für ständige Mitglieder. Der Jahresbeitrag liegt für die über 150 Mitglieder bei je 120 Rand , also etwa bei 13 Euro. Hinzu kommt noch ein monatlicher Beitrag von 130 Rand für eine Haftbegrenzungsversicherung, die allerdings nur für die Dauer des Aufenthaltes entrichtet werden muß.
Angekommen in Johannesburg, mieteten wir einen Wagen, um nach Nelspruit zu fahren.
Die Strecke war wunderschön und eine tolle Einstimmung auf das unbekannte Land. Mit nur kleinen Umwegen sind die Reservate "Blyde River Canyon" und "God´s Window" zu erreichen. Das Fenster Gottes wird seinem Namen wirklich gerecht. In 1000m Höhe erstreckt sich dem Auge des Betrachters das gesamte Lowveld.
Die Konkurrenz zwischen den Autovermietungen ist sehr groß. Dies kommt dem Kunden zugute, denn an fast jedem Flughafen in Südafrika kann ein Fahrzeug gemietet werde. Einen Kleinwagen mit allen Versicherungen und unbegrenzten Kilometern gibt es für 170 Rand (18 Euro) pro Tag. Allein am Flughafen von Nelspruit fanden wir bei der Abgabe fünf verschieden Autovermieter vor, obwohl dieser einer der kleinsten internationalen Flughäfen der Welt ist. Nelspruit Airport liegt 10 km südlich der Stadt auf 2800 Fuß. Er wird mehrmals täglich von Airlines angeflogen und gilt hauptsächlich als Touristenflughafen, da der Krüger Nationalpark nur 55 km östlich von Nelspruit entfernt ist.
Landen dürfen allerdings nur kleinere Muster, wie die Jetstream 41, denn die Landebahn ist nur 1000m lang und 11m breit. Trotz der kleinen Piste herrscht in der Kontrollzone um Nelspruit reger Luftverkehr. Neben dem Club und diversen Privatflugzeugen sind nämlich noch die fliegenden Einheiten der lokalen Feuerwehr und Nelair, einer der größten Vercharterer Südafrikas angesiedelt.

Wir waren begeistert, als wir durch unsere Unterkunft geführt wurden. Sie lag direkt gegenüber des Clubs inmitten des Flughafengeländes und war wesentlich komfortabler, als wir uns erhofft hatten. In den flugfreien Stunden während der Mittagszeit konnten wir uns bei 24°C und fast ständigem Sonnenschein in den Vorgarten legen und im Halbschatten von Palmen der Theorie widmen. Der Urlaubscharakter während der Ausbildung kam also trotz südafrikanischem Winter keinesfalls zu kurz, zumal Nelspruit und Umgebung zahlreiche Ausflugsziele bietet. Auch im gastronomischen Bereich und im Nachtleben kommt man in der 75.000 Einwohner Stadt auf seine Kosten.
Schon am dritten Tag nach unserer Ankunft hoben wir zum ersten Mal in einer Cessna 150 ab. Vorausgegangen waren diverse Theorieeinheiten und das Lernen der Checklisten. Wir beide werden das unbeschreibliche Kribbeln in der Magengegend beim ersten Take-Off und den ersten Flugmanövern nicht vergessen.
Die praktische Ausbildung setzt sich aus mehreren Stufen zusammen.
In den ersten Stunden lernten wir die generelle Handhabung der Steuerung und die Reaktion des Flugzeuges kennen. Anschließend übten wir solange "Circuits and Landings" , bis der Fluglehrer das OK zum ersten Alleinflug gab. Der "First Solo" war eine ganz besondere Situation. Der gesamte Verkehr wurde für den Flughafen solange gesperrt. Es war schon ein tolles Gefühl über Funk zu hören, dass der Tower selbst eine Linienmaschine in die Warteschleife schickte. Wir flogen beide nach 15 Flugstunden unseren First Solo. Dies wurde vom Club zum Anlass genommen, ein Extragrillen, zusätzlich zum allwöchentlichem BBQ, zu veranstalten. Traditionsgemäß wurde uns als "Überlebende" des ersten Alleinflugs ein Glas "Avgas" überreicht. Zum Glück sah der Drink nur aus wie das Flugbenzin und schmeckte gar nicht so schlecht. Das Verhältnis unter den Clubmitgliedern war sehr familiär. Wir wurden schnell und herzlich in den Reihen aufgenommen. Mehrmals bekamen wir die Gelegenheit an Kurz(aus)flügen der Clubmitglieder teilzunehmen, so konnten wir uns auch ein Bild über andere Flugzeugmuster machen.
Zum dritten Teil der praktischen Ausbildung wechselten wir auf eine Cessna 172.
Bis dahin mussten wir die Prüfung für des beschränkte Funksprechzeugnis bestanden haben. Die Theoriekurse hierfür wurden vom Towerpersonal regelmäßig angeboten.
Um sich auf die Club 172er ZS-NIE einzustellen, wiederholten wir die Grundlagen noch einmal und befassten uns anschließend mit Notlandungen, Vorsichtslandungen und mit Motorausfall unmittelbar nach dem Start.
In der letzten Phase lernten wir das Navigieren aus der Luft nach Karten. Selbst in den Instrumentenflug und die Instrumentennavigation wies uns unser Fluglehrer Dani kurz ein. Sehr spannend war der Solo-Navigationsflug. Dort ist man zum ersten Mal für alles allein verantwortlich und das immerhin 3 ½ Stunden lang. Das Gefühl der uneingeschränkten Freiheit nahm ich bei diesem Flug zum ersten Mal richtig wahr.
Die Verantwortung für die Funkkommunikation wurde während der gesamten Ausbildung schrittweise erhöht. Ich gebe zu, dass mir die Funkarbeit anfangs recht schwer fiel, weil meine Englischkenntnisse eher durchschnittlich sind und ich mich an die Kommunikation über die Headsets erst gewöhnen musste.
Insgesamt hatten wir etwa 40 Flugstunden im Logbuch stehen, als uns der Fluglehrer zur praktischen Prüfung anmeldete. Hierfür mussten das Medical, das Funksprechzeugnis und eine Nachweis über die Theorieprüfungen und die absolvierten praktischen Ausbildungsinhalte vorgelegt werden. Das Medical umfasste die Untersuchungen, die auch in Deutschland zum Medical Klasse 3 gemacht werden und kostete 850 Rand (ca. 92 Euro).
Pro Flugstunde berechnete uns der Club auf der C150 600 Rand (62 Euro) inklusiv Fluglehrer, Benzin, Landegebühren und Versicherungen. Die C172 kostete 680 Rand
(72 Euro)mit und 600Rand (66 Euro) ohne "Instructor".
Jede Flugstunde wurde dabei nicht nur im Logbuch, sondern auch in einem Ausbildungstagebuch mit detaillierten Erläuterungen festgehalten. Im Anschluss besprach der Fluglehrer mit uns alle Auffälligkeiten und Fehler, die während des Fluges aufgetreten waren.

Nach fast 4 Wochen war nun endlich der große Tag gekommen. Ich sollte als erster bei Prüfer "Brian" mein fliegerisches Können unter Beweis stellen. Am Abend zuvor wiederholten wir mit dem Clubmanager und unserem Fluglehrer noch einmal alle Prozeduren und die Funksprüche. Wir sprachen über den möglichen Ablauf der Prüfung und konnten alle unsere Fragen loswerden. Nachts fand ich nur einen leichten Schlaf. Ich überdachte die Checklisten nochmals und hoffte, alle Funksprüche des Towers auf Anhieb zu verstehen.
In der Prüfungssituation selbst konnte ich glücklicherweise einen klaren Kopf bewahren. Es wurden tatsächlich fast alle Ausbildungsinhalte gewissenhaft unter die Lupe genommen.
Die Prüfung bestand aus einem "Dreiecksnavigationsflug" und einem allgemeinen Flugtest.
Nach 4 Stunden und 6 Landungen stieg ich vollkommen erschöpft aus der ZS-NIE, aber alle Strapazen hatten sich gelohnt. Der Prüfer schüttelte mir die Hände - ich hatte es geschafft, ich hatte tatsächlich bestanden!!! Nachdem auch mein Freund am nächsten Tag die praktische Prüfung erfolgreich bewältigte, fuhren wir zur CAA, um unsere Pilotenscheine abzuholen. Einen Großteil der Unterlagen waren bereits mit der Post in Pretoria angekommen. Wir mussten nur noch den Nachweis der bestandenen praktischen Prüfung und eine Bearbeitungsgebühr von 250 Rand (28 Euro) vorlegen, danach war der Ausstellungsakt eine Minutensache.
Die Pilotenausbildung hat uns insgesamt vom "Fußgänger" bis zum fertigen Privat-Piloten knapp 4 Wochen und rund 30.000Rand, also etwa 3200 Euro gekostet.
Diese Zeit war für uns eine sehr wertvolle Erfahrung. Wir haben neben der Fliegerei eine fremde Kultur und ein anders Leben kennengelernt. Wir haben Freundschaften geschlossen und das wunderschöne Land genossen.
Extrem ungewohnt war für uns, als Studenten, das frühe Aufstehen um halb sechs. Das hatte allerdings seinen Grund. Am frühen Morgen und am Abend ist die Luft am ruhigsten. Obwohl es in Nelspruit selten windig war, sorgte die Mittagshitze für starke Auf- und Abwinde, die das Fliegen besonders mit der nur 450 kg schweren C150 erschwerte.

Das Leben in Südafrika hatten wir uns anders vorgestellt. Wir haben den größten Teil unseres Notproviants wieder mit zurück genommen. Infrastrukturell ist Südafrika in den Städten sehr erschlossen. Es gibt an jeder Ecke Geldautomaten, Tankstellen und Schnellrestaurants, sogar Spar-Läden findet man dort. Besonders imposant waren die riesigen Malls, die ich bisher nur aus den USA kannte. Durch den schwachen Rand war die Lebenshaltung für uns sehr günstig. Auch der Besuch von Restaurants, Bars oder Nachtclubs war erschwinglich. Ein Bier kostete selbst in einer Cocktailbar selten mehr als 6 Rand (65 Cent). Wir haben beim Ausgehen trotz der häufig ausgesprochenen Warnungen keine schlechten Erfahrungen im Bezug auf die Kriminalität gemacht.
Ursprünglich hatten wir einen 6-wöchigen Aufenthalt in Nelspruit vorgesehen. Wir wollten sicherstellen, die Pilotenausbildung auch wirklich abzuschließen. Da wir aber bereits nach 4Wochen die südafrikanische Lizenz hatten, waren noch zwei Wochen übrig. Relativ spontan planten wir eine Tour von Nelspruit aus entlang der Küste nach Kapstadt. Wir wollten weitere fliegerische Erfahrungen sammeln und uns gleichzeitig die schönsten Städte und Landschaften Südafrikas anschauen. Am Tage meiner praktischen Prüfung war auch Thomas, ein Freund von uns, angekommen. Er wollte uns auf unserer Küstentour begleiten. Thomas hatte bereits einen deutschen ATPL. Um eine südafrikanische Validation zu erhalten, musste er die Theorieprüfung "Luftrecht" schreiben und einen Checkflug bestehen. PPL Inhaber müssen zusätzlich noch den "Dreiecksnavigationsflug" machen. Das Funksprechzeugnis wird vom Towerpersonal umgeschrieben. Thomas durfte also bereits einen Tag nach seiner Ankunft ZS registrierte Maschinen fliegen, was das Fliegen in Südafrika für alle Urlaubsflieger, die bereits eine Lizenz haben, noch attraktiver macht.
Innerhalb von 3 Tagen leiteten wir alles in die Wege. Sogar ein GPS zur Überprüfung unsere Kartennavigation konnten wir noch auftreiben. Viele Clubmitglieder waren sehr interessiert an unsere Tour. Sie halfen uns bei der Planung, stellten Kartenmaterial zur Verfügung und gaben uns wichtige Tipps.
Es war schon ein tolles Gefühl, den ersten "richtigen" Flugplan an das Briefingzentrum in Johannesburg durchzugeben.
Unsere Strecke legten wir so aus, dass wir an jeder größeren Stadt oder Sehenswürdigkeit entlang der Küste ein bis zwei Tage verbringen konnten. Insgesamt standen uns 10 Tage zur Verfügung, da der Rückflug schon gebucht war.
Wir flogen erst nach Richards Bay und dann "coastwise" über Durban, East London und Port Elisabeth nach Kapstadt. Eine Strecke von 2000km pro Richtung.
Dabei gewannen wir traumhafte Impressionen von der Landschaft und konnten sogar Haie, Rochen und Scharen von Delphinen aus der Luft beobachten. Besonders beeindruckend war die "wild coast" und die kleine Wasserstadt in Port Alfred.
In den Städten übernachteten wir in verschiedenen Hotels oder Appartements. Erstaunt hat uns der hohe Standard, der bei Preisen zwischen 6 und 15 Euro pro Person und Nacht geboten werden konnte.
Wir besuchten Universitäten, Museen, Veranstaltungen und Nachtclubs. Ein Highlight war die Weinprobe in der wohl bekanntesten Weingegend Südafrika, in Paarl bei Kapstadt. Um möglichst viel zu sehen und flexibel zu sein, mieteten wir uns jeden Tag ein Fahrzeug bei einem der vielen Autovermieter.
Fast alle Menschen, die wir auf unserem Trip kennengelernt haben, waren sehr offen und hilfsbereit. Generell führten wir vor jedem Abflug ein Gespräch mit dem Towerpersonal. Hier wurden uns stets freundlich ausführliche Informationen über Wetter und Besonderheiten der nächste Strecke mitgeteilt.
Eine besondere Herausforderung erwartete mich bei der Rückkehr in Nelspruit. Ich war der Pilot in command auf dem letzten Streckenabschnitt. In Nelspruit war an diesem Wochenende die jährlich stattfindende Flugshow mit 20.000 Zuschauern. Aufgrund des starken Luftverkehrs in der Kontrollzone wurde ich aufgefordert, in einen "extremly short final" zu gehen, weil hinter mir eine Mirage 2000 im Anflug war.
Anscheinend war das Glück auf meiner Seite. Nach meinem sturzflugartigen Landeanflug mit 40° Klappen setzte ich vor 20.000 Zuschauern sanft auf und konnte noch gerade von der Landebahn rollen, bevor kurze Zeit später die Mirage hinter uns aufsetzte.
Noch am gleichen Nachmittag erzählten wir den anderen Clubmitgliedern von unseren Erlebnissen. Leider hatten wir nicht viel Zeit, denn noch am Abend mussten wir nach Johannesburg fahren, um am nächsten Morgen den Rückflug anzutreten.
Kurz vor der Abfahrt machten wir mit Clubmanager Chris noch die Abrechnung.
Die Kosten für den Trip haben sich trotz üppiger Lebensweise und inklusive 12 Flugstunden auf knapp über 1000 Euro pro Person belaufen.
Die Stimmung auf dem Rückflug war sehr bedrückt. Wir hatten das Land und die Leute schätzen gelernt und waren traurig, nun wieder in den gewohnten Alltag zurückzumüssen.

Ein paar Tage nach unsere Ankunft in Hamburg, setzten wir uns mit dem Luftfahrt Bundesamt (LBA) in Verbindung, um die südafrikanische Lizenz in eine deutsche umschreiben zu lassen. Die Bearbeitungszeit hierfür beträgt etwa 8 Wochen, die man selber allerdings auch fast schon braucht, denn es werden viele Dokumente benötigt. Es muss das Führungszeugnis, ein Auszug aus dem Verkehrszentralregister, eine beglaubigte Kopie der ausländischen Lizenz, ein Tätigkeitsnachweis, eine Annerkennung des Funksprechzeugnisses und der Nachweis über die Teilnahme eines "Erste Hife" Kurses vorgelegt werden.
Hier ein kleiner Hinweis zur Behördenodysee:
Der Auszug aus dem Verkehrszentralregister ist beim Kraftfahrt Bundesamt (KBA) zu beantragen, zuvor muss allerdings der Antrag z.B. beim Orts- oder Bezirksamt beglaubigt werden. Dort kann man auch gleichzeitig das Führungszeugnis beantragen. Die Kopie der ausländischen Lizenz sollte notariell beglaubigt werden. Für den Tätigkeitsnachweis wird vom LBA ein Formblatt zugeschickt. Das Funksprechzeugnis muss von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post ausgestellt werden.
Um eine ausländische Lizenz umschreiben zu lassen, müssen die deutschen Bedingungen für eine Scheinverlängerung erfüllt sein.
In Deutschland müssen in zwei Jahren mindestens 24 Stunden geflogen werden, um die Gültigkeit der Lizenz für weitere zwei Jahre zu verlängern. Für die Umschreibung sollte der Inhaber einer ausländischen Lizenz also mindestens 24 Flugstunden als Pilot in command (PIC) haben, bevor er eine Umschreibung beantragt.
Neben der o.g. Dokumente müssen noch die Theorieprüfung "deutsches Luftrecht" und die praktischen Prüfungen absolviert werden. Man wendet sich dabei am besten an eine Flugschule. Die praktische Prüfung besteht, ähnlich wie in Südafrika auch, aus einem Dreiecksnavigationsflug und einem allgemeinen Flugtest. Für uns kommt noch ein Checkflug mit einem Sachverständigem des LBA hinzu, da wir nicht 24, sondern nur 12 Stunden als PIC haben.
Wer die zwei Monate Flugentzug nicht aushalten kann, hat schon vorher mit einem sog. Flugauftrag die Möglichkeit in deutsche Lüfte abzuheben. Eine gute Gelegenheit, sich auf den praktischen Prüfungsteil vorzubereiten.
Trotz des relativ hohen Aufwands, der durch die Umschreibung entsteht, hat sich die Reise nach Südafrika gelohnt. Unsere Befürchtungen haben sich nicht bestätigt. Auch die Angst vor Malaria war unbegründet, da die Anopheles Mücke erst viel weiter nördlich auftritt. Die meisten unserer Erwartungen und Hoffnungen wurden sogar übertroffen. Der Vereinsvorsitzende Zlatko hatte recht mit seinem Versprechen: "...ein unvergessliches Erlebnis".










Unterkünfte:
Direkt am Flughafen von Nelspruit gibt es kleine Appartements, die sowohl vom Lowveld Aero Club als auch von der dort ansässigen Luft-Feuerwehr zur Verfügung gestellt werden. Kosten: ca. 80 Rand (€9,50) pp/pn

LowveldAeroClub>>

Auch in Nelspruit Downtown gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Unterbingung. Zu empfehlen wäre z.B. die Town Lodge, die Hippo Waterfront Lodge oder Ingwes Guesthouse. Der Gastgeber ist selber Pilot und Clubmitglied. Er steht daher mit Rat und Tat zur Seite. Kosten: ca. 140 Rand (€16,50) pp/pn

Ingwes Guesthouse>>

Mietwagen:
An fast jedem Flughafen können Sie sich Mietfahrzeuge ausleihen. Zum Nelspruit Airport werden die Fahrzeuge für einen geringen Aufpreis gebracht. Die nächsten Büros befinden sich in der Stadt oder am neuen Krüger Mpumalange Airport.

Fliegen in Deutschland:
Die Umschreibungskriterien von einer südafrikanischen in eine deutsche Lizenz haben sich nach Einführung der neuen JAR-FCL wesentlich verändert. Es müssen insgesamt 100 Flugstunden nachgewiesen werden, ein Test in Luftrecht und Menschliches Leistungsvermögen geschrieben und ein PPL Prüfungsflug bestanden werden. Hinzu kommt die Dokumentation für die Behörde.

Weitere Informationen finden Sie am Ende des Berichtes oder auf den Webseiten des Luftfahrt-Bundesamtes unter

www.lba.de

 

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